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Dschibuti: Wirtschaft

07.03.2019 - Artikel

Wirtschaftslage

Dschibutis Salzvorkommen sind die einzigen in bescheidenem Umfang genutzten Ressourcen des Landes. Gips, Klinker und Zement sind vorhanden, werden aber kaum abgebaut. Vulkangesteine dienen als Baustoffe sowie als Zuschlagstoffe z.B. beim Straßenbau. Die Landwirtschaft leidet unter Mangel an Wasser und fruchtbarem Land. Dschibuti muss daher die meisten Nahrungsmittel, Energie und Rohstoffe importieren und kann auch seine Wasserversorgung nicht selbst garantieren. Der tertiäre Sektor bestimmt mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt über 76,3 Prozent (CIA Factbook) das Wirtschaftsgeschehen, die Industrie nimmt mit 20,8 Prozent eine untergeordnete Rolle ein. Wichtigste Bereiche für Dienstleistungen: Häfen, Verwaltung, stationiertes ausländisches Militär, Luftverkehr und Logistik. Dschibuti hofft, sich mittel- und langfristig zu einem regionalen Dienstleistungszentrum v.a. im Bereich Transport, Finanzen und Telekommunikation, flankiert von auf- und auszubauender Tourismusindustrie, entwickeln zu können. Wirtschaftliches Potenzial bieten Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Wind, Geothermie).

Das Wirtschaftswachstum betrug 2018 6,7 Prozent und wird für 2019 vom IWF auch auf 6,7 Prozent geschätzt, was  insbesondere durch Investitionen im Hafen- und Infrastrukturbereich , in großen Teilen aus China, gefördert wurde. Mit seinen einzigen Tiefwasserhäfen Ostafrikas ist Dschibuti ein wichtiger Transit- und Umladehafen für die Länder in der Region, insbesondere für Äthiopien. Eine ebenfalls von China gebaute elektrifizierte, allerdings eingleisige Eisenbahnstrecke verbindet im Prinzip den Hafen Dschibutis mit der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, allerdings fehlt das letzte Stück zum Hafen.

16 Prozent der lokalen Bevölkerung sind von extremer Armut betroffen. Laut IWF ist die anhaltende extreme Armut auf fehlende Diversifizierung der Wirtschaft und auf zu starke Abhängigkeit von den Hafenaktivitäten zurückzuführen. Dschibuti verzeichnete in den letzten Jahren einen starken Anstieg an ausländischen Direktinvestitionen, vor allem aus China und den Golfstaaten, der sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirkt, allerdings weithegend ohne Teilhabe der Bevölkerung. Nach einseitiger Vertragskündigung gegenüber dem wichtigen Hafenbetreiber DP-World im Februar 2018 und Verstaatlichung im September 2018 bleiben für die Weiterentwicklung des zentralen Logistiksektors wichtige Rechtsfragen vorerst in der Schwebe und der Sektor droht, erheblichen Schaden zu nehmen. Zudem ist in den letzten vier Jahren die internationale Verschuldung Dschibutis stark von ca. 50 auf ca. 104 % des BIP 2018 (IWF) gestiegen, davon der größte Teil gegenüber China.

Der Bericht des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen 2018 stuft Dschibuti anhand diverser Indikatoren für die menschliche Entwicklung an 172. Stelle (von insgesamt 189 Ländern) ein.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Wasser bleibt wegen der natürlichen Gegebenheiten eine Herausforderung. Die Stromversorgung hatte sich mit der Schaffung eines Stromverbunds mit Äthiopien seit 2011 zwar verbessert - inzwischen werden ca. 65 Prozent der Energie von dort importiert- ist aber immer noch teuer und unzureichend. Das Land setzt daher auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Offizielles Ziel ist es, als erstes Land Afrikas zukünftig  100% des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken. Der 2018 begonnene Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage mit einem Gesamtvolumen von über 80 Millionen Euro ist das bislang größte EU-Projekt in Dschibuti. 

Außenhandel

Wichtigste Handelspartner sind neben den Nachbarländern (insbesondere Somalia und Äthiopien), die arabischen Golfstaaten, China sowie Brasilien und Frankreich. Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel, Erdölprodukte, die Genussdroge Khat, chemische Erzeugnisse sowie Maschinen und Fahrzeuge. Der reglementierte Handel mit der importierten Droge Khat generiert etwa 15% der Steuereinnahmen des Landes. Hauptausfuhrgüter sind neben Re-Exporten Häute, Felle und andere Viehzuchtprodukte sowie Kaffee (vorwiegend aus Äthiopien). Dschibutis Außenhandel ist weiterhin defizitär.

Äthiopien ist der wichtigste Wirtschaftspartner Dschibutis. Es wickelt etwa 85 Prozent seines Außenhandels über die Häfen von Dschibuti ab. Diverse arabische, asiatische und europäische Firmen betreiben aus Freihandelszonen heraus ihren Handel mit Äthiopien.

Chinas Einfluss auf Dschibuti nimmt wirtschaftlich sowie politisch immer mehr zu. China investiert massiv in Infrastrukturprojekte, fast alle bedeutenden Aufträge werden von chinesischen Firmen durchgeführt. Die damit einhergehende Verschuldung hat die Grenzen der Tragfähigkeit überschritten.  Anlässlich des Staatsbesuchs von Staatspräsident Guelleh in Peking wurden im November 2017 und beim Belt-and Road-Gipfel im August 2018 wurden weitere Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Jüngstes chinesisches Projekt ist die Ausstattung des Stadtgebietes von Djibouti-Ville mit Überwachungskameras einschließlich einer Zentrale. Darüber hinaus China baut gegenwärtig eine weitere 48 km² große Freihandelszone auf.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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