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Wirtschaft

08.01.2018 - Artikel

Stand: Mai 2018

Wirtschaftslage

Dschibutis Salzvorkommen sind die einzigen, in bescheidenem Umfang genutzten, Bodenschätze des Landes. Gips, Klinker und Zement sind vorhanden, werden aber kaum ausgebeutet. Vulkangesteine dienen als Baustoffe sowie als Zuschlagstoffe z.B. beim Straßenbau. Die Landwirtschaft leidet immer wieder aufgrund anhaltender Dürre unter Mangel an Wasser und fruchtbarem Land. Aufgrund der schwierigen Versorgungslage muss Dschibuti die meisten Nahrungsmittel und Energierohstoffe importieren und kann auch seine Wasserversorgung nicht selbst garantieren. Der tertiäre Sektor bestimmt mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt über 76,3 Prozent (CIA Factbook) das Wirtschaftsgeschehen, die Industrie nimmt mit 20,8 Prozent eine untergeordnete Rolle ein. Wichtigste Bereiche für Dienstleistungen: Häfen, Verwaltung, stationiertes ausländisches Militär, Luftverkehr und Logistik.

Das Wirtschaftswachstum betrug 2016 6,5 Prozent und wird für 2017 vom IWF auf 7% geschätzt, welches insbesondere durch Investitionen im Hafen- und Infrastrukturbereich gefördert wurde. Im Februar 2009 wurde ein Containerhafen in Doraleh eingeweiht. Im August 2017 kam ein noch von China erbauter und betriebener größerer moderner Mehrzweckhafen (Doraleh Multipurpose Port) dazu. Mit diesen einzigen Tiefwasserhäfen Ostafrikas ist Dschibuti ein wichtiger Transit- und Umladehafen für die Länder in der Region, insbesondere Äthiopien. Eine ebenfalls von China gebaute elektrifizierte, allerdings eingleisige Eisenbahnstrecke soll nach Inbetriebnahme den Hafen Dschibutis mit der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba verbinden.  

Das mit dem IWF  vereinbarte Programm für Wachstum und Armutsbekämpfung ist inzwischen ausgelaufen. Allerdings sind noch immer 23 Prozent der lokalen Bevölkerung von extremer Armut betroffen und die Arbeitslosenrate ist mit ca. 50 Prozent enorm hoch. Laut IWF ist die anhaltende extreme Armut auf die fehlende Diversifizierung der Wirtschaft und auf die zu starke Abhängigkeit von den Hafenaktivitäten zurückzuführen. Dennoch verzeichnete Dschibuti in den letzten Jahren einen starken Anstieg an ausländischen Direktinvestitionen, vor allem aus den Golfstaaten sowie aus China, der sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Nach einseitiger Vertragskündigung gegenüber dem wichtigen Hafenbetreiber DP-World droht der wichtige Logistik-Sektor seit März 2018 erheblichen Schaden zu nehmen. Zudem ist in den letzten drei Jahren die internationale Verschuldung Dschibutis stark von ca. 50 auf ca. 85% des BIP gestiegen (davon über 60% gegenüber China).

Der Bericht des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen 2016 stuft Dschibuti anhand diverser Indikatoren für die menschliche Entwicklung an 172. Stelle (von insgesamt 188 Ländern) ein.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Wasser bleibt insbesondere aufgrund der letzten Dürrekrise am Horn von Afrika weiter eine Herausforderung. Die Stromversorgung hatte sich mit der Schaffung eines Stromverbunds mit Äthiopien seit 2011 zwar verbessert - inzwischen werden ca. 65 Prozent der verbrauchten Energie von dort importiert- ist aber immer noch teuer und unzureichend. Um den erhöhten Strombedarf zukünftig decken zu können, setzt das Land außerdem auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Offizielles Ziel ist es, 100% des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu generieren. Die EU hat Ende 2011 mit Dschibuti ein Abkommen zur Errichtung einer Meerwasserentsalzungsanlagen unterzeichnet, mit deren Bau 2018 begonnen wurde – mit einem Gesamtvolumen von über 80 Millionen Euro das bislang größte von der EU in Dschibuti angeschobene Projekt. Zudem besteht eine Kooperation mit der Handwerkskammer des Saarlandes, welche deutsche Mittelständler für eine Investition und Implementierung von Photovoltaik-Anlagen in Dschibuti gewinnen soll.


Außenhandel

Wichtigste Handelspartner sind neben den Nachbarländern (insbesondere Somalia und Äthiopien), die arabischen Golfstaaten, USA sowie China und Indien. Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel, Erdölprodukte, die Genussdroge Khat, Chemische Erzeugnisse sowie Maschinen und Fahrzeuge. Der reglementierte Handel mit der importierten Lokaldroge Khat generiert etwa 15% der Steuereinnahmen des Landes. Hauptausfuhrgüter sind neben Re-Exporten Häute, Felle und andere Viehzuchtprodukte sowie Kaffee (vorwiegend aus Äthiopien). Dschibutis Außenhandel ist weiterhin defizitär.

Äthiopien ist das wichtigste Wirtschaftspartnerland Dschibutis. Es wickelt etwa 85 Prozent seines Außenhandels über die Häfen von Dschibuti ab. Dschibuti hofft, sich mittel- und langfristig zu einem regionalen Dienstleistungszentrum v.a. im Bereich Transport, Finanzen und Telekommunikation, flankiert von auf- und auszubauender Tourismusindustrie entwickeln zu können. Auch zu den Themenfeldern Finanzen und Telekommunikation bestehen Verhandlungen mit Deutschland aber auch mit China.

Chinas Einfluss auf Dschibuti nimmt politisch und wirtschaftlich immer mehr zu. China investiert massiv in Bauprojekte, und fast alle bedeutenden Aufträge werden von chinesischen Investoren durchgeführt. Die damit einhergehende Verschuldung bewegt sich an den Grenzen der Tragfähigkeit.  Anlässlich des Staatsbesuchs von Staatspräsident Guelleh in Peking wurden im November 2017 weitere Wirtschaftsabkommen unterzeichnet.

Diverse arabische, asiatische und europäische Firmen betreiben außerdem aus Freihandelszonen heraus ihren Handel mit Äthiopien. China baut in diesem Zusammenhang aktuell eine weitere, 48 km² große Freihandelszone auf.

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